Palmöl, beziehungsweise Palmkernöl, ist für die Wirtschaft ein wichtiger Stoff in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Waschmittelindustrie und wird in der Regel als pflanzliches Öl auf den Verpackungen der Produkte angegeben. Der Anbau der Ölpalme erfolgt in Südostasien und ist in Kritik geraten, weil für den Anbau Teile des Regenwalds dort gerodet werden. Daher sollte der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) dafür sorgen, dass die südostasiatischen Unternehmen nachhaltiges Palmöl produzieren und dies auch mit einem Zertifikat auszeichnen dürfen. Umweltschützer sehen die vom RSPO gegebenen Vorgaben und Regeln zum Erhalt des Zertifikats teilweise als zu lasch an und kritisieren, dass von 59 untersuchten deutschen Firmen nur knapp zehn das zertifizierte Palmöl kaufen und ihre Produktion dem Credo der Nachhaltigkeit angepasst haben.

Um den Gebrauch von zertifiziertem und nachhaltig produziertem Palmöl voranzutreiben und um später Einfluss auf den RSPO nehmen zu können, haben unter anderem die Firmen Henkel, Rewe und die britisch-niederländische Firma Unilever oder auch der WWF das Forum für nachhaltiges Palmöl ins Leben gerufen. Doch zuerst müsse das Forum eine wirklich nachhaltige Nachfrage erzeugen, bevor es beim RSPO als Marktpartner Forderungen stellen könne. Im Verhältnis zum Gesamtexport der südostasiatischen Firmen ist der Einsatz von ca. einer Million Tonnen Palmöl im Lebensmittel- und Konsumbereich in Deutschland eher wenig und erscheint mehr wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber die WWF-Vertreterin Fleckenstein weist darauf hin, dass es eine hohe Signalwirkung haben könne, da das Bewusstsein für Nachhaltigkeit gestiegen sei. Dies kann dann auch jene Firmen zur Nachhaltigkeit zwingen, die bisher nicht zertifiziertes Palmöl nutzen, da keine Firma ein schlechtes Image beim Verbraucher hinterlassen will.