Für alle die ohnehin schon begeisterte München-Fans sind und die Isar lieben, werden die Liebesbande zur bayerischen Hauptstadt künftig noch enger geknüpft. Nach elf langen Jahren Baustellenatmosphäre sind die letzten Maschinen endlich von dannen und die Renaturierung der Isar zwischen Großhesseloher Brücke und Reichenbach Brücke in der Innenstadt abgeschlossen. Die Isar wird wieder wild und eine Reise durchaus lohnswert.

Der einst in Betonkorsetts eingezwängte Gebirgsfluss bekommt nun wieder Platz zum Atmen und Fließen. Durch das 35 Millionen Euro teure Projekt wurden die alten Barrieren abgerissen und die Flussufer erheblich abgeflacht. Ziel war es, der Isar ihren Charme vergangener Jahre zurück zu geben und somit auch dem Bürgerbegehren nachzukommen. Zudem wurden Gesteinsbrocken und Baumstämme im Flusslauf verankert, um Wasserbewohnern und anderen Kleintieren einen natürlich Lebensraum in der Stadt zu sichern. Durch die im 19 Jahrhundert aufkommende Wasserkraftnutzung wurden die Wassermassen der Isar umgeleitet und zur Energiegewinnung verwendet. Stadtauswärts war so oftmals nur noch ein trübsinniges Rinnsal der Isar übrig. Betrachtet man die Ursprünglichkeit, ein riesiger Faux pas. Der naturelle Gebirgsfluss galt als einer der stärksten Ströme Deutschlands und schuf sich immer wieder aufs Neue seinen Lauf. Holzbrücken fielen der Isar somit nicht selten zum Opfer. Jetzt kann die Isar wieder auf ein zeitweise 90 Meter breiten Flusslauf blicken.

Die Renaturierung wirkt sich auch auf den Tourismusboom aus, der nun wieder verstärkt zuschlägt. Ein wilder Fluss inmitten einer Großstadt ist schließlich keine Selbstverständlichkeit, hat somit einen riesigen Reiz. Die erst neulich geschaffene Natur freut sich nur wenig darüber. Menschenmengen bedeuten weniger Platz für Tier und Pflanze und auch der entstehende Müll trägt nicht zur Etablierung des neuen Biotops bei.