Das Frauenbild hat sich im letzten Jahrhundert stark verändert und damit auch die Lebensplanung vieler Paare. Statt mit 20 oder 25 Jahren ein Kind zu bekommen, konzentrieren sich viele Frauen zuerst auf ihre Karriere, unter anderem auch um von einer Partnerschaft unabhängig ein eigenes Leben führen zu können. Damit wird auch der Kinderwunsch meist erst in einem höheren Alter erfüllt, sodass mittlerweile ein Viertel des deutschen Nachwuchses eine Mutter über 35 Jahren hat. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts stieg die Zahl der Spätgebärenden allein von 1991 zu 2003 von 0,8 auf 3,9 Prozent.

Dieser Trend zeigt sich vor allem bei den Hochschulabsolventen, bei denen beide Geschlechter später mit der Familienplanung beginnen. Zu beachten für einen späten Kinderwunsch ist allerdings die Fruchtbarkeit der Frau, denn diese nimmt mit steigendem Alter ab. Während für Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren eine 30-prozentige Chance besteht, gleich beim ersten Versuch schwanger zu werden, bleibt Frauen mit 40 Jahren nur noch 5 Prozent. Dabei besteht für eine Spätgebärende ebenso wie für eine jüngere Frau die Möglichkeit, ein gesundes Kind zu bekommen, wenn sie regelmäßig zur Untersuchung geht. Einige Risiken gibt es bei solchen späten Schwangerschaften aber doch. Bei älteren Müttern besteht beispielsweise eine höhere Gefahr, dass durch Bluthochdruck oder Diabetes Kompliklationen während der Schwangerschaft auftreten. Was ebenso ansteigt, ist die Möglichkeit einer Fehlgeburt, die bei der Hälfte aller schwangeren Frauen ab 40 Jahren eintritt. Frauenärzte raten des Weiteren zu einer Untersuchung des Kindes, damit Chromosomenstörungen oder Behinderungen frühzeitig entdeckt werden können. Wer allerdings regelmäßig zur Untersuchung geht und Überanstrengungen vermeidet, kann wie eine jüngere Frau ganz auf natürliche Weise gebären und muss keinen Kaiserschnitt vornehmen lassen.